Folge 02 – Der Weg zum Künstler

Carpe Artes Folge 02 - Der Weg zum Künstler

Hashtags: #CarpeArtes02 (Folge) #CarpeAcademy (Hausaufgaben) #CarpeStage (Extreme Stage)

In dieser Folge stellen wir uns nicht nur Eurem Feedback – in der Hausaufgabenkontrolle -, wir versuchen auch der Frage auf den Grund zu gehen, wie man „Künstler“ eigentlich definiert und wie man einer wird. Und wir geben Euch Tipps für Euren Start – solltet Ihr aus Eurer Kunst einen Beruf machen wollen.

Da wir während des Schnitts der Folge merkten, dass wir bezüglich der Dauer der Folge „etwas“ aus dem Rahmen fallen, haben wir die Folge 02 in zwei Teile à 90 Min geteilt. (Genau genommen nicht wir, sondern Schnuffel, dem wir definitiv zu lang waren.) Schon reingehört? Teil I und Teil II sind hier verlinkt, die Zusammenfassung findet Ihr in diesem Beitrag.

" Alle Wege führen zur Kunst, aber welche auch zum Erfolg?"

Mary Cronos

Die Definition "Künstler"/"Künstlerin"

Dazu haben wir alle großen, allwissenden Instanzen des Internets befragt: Wikipedia und Google. Und alle, die im World Wide Web zu Hause sind – von Online-Zeitungen bis zu Forenbesuchern. Wir haben die oft anonymen Meinungen im Web auf die Bühne gestellt und sie danach für uns interpretiert und auseinandergenommen.

Wikipedia – die wohl renommierteste Plattform, wenn es um Halbwissen und Fake News geht – definiert Künstler und Künstlerinnen übrigens so:

"Als Künstler und Künstlerin werden heute die in der Bildenden Kunst, der Angewandten Kunst, der Darstellenden Kunst sowie der Literatur und der Musik kreativ tätigen Menschen bezeichnet [...]"

Wikipedia

Die Idee für diese Interpretation hatten sie wahrscheinlich aus dem Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten:

„Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.“

§2 Künstlersozialversicherungsgesetz

Aber wir haben es nicht dabei belassen, nur andere Meinungen zu zitieren. Mary beispielsweise hat ihre eigene Definition von Kunst und Künstlern zum Besten gegeben und damit mal wieder dick aufgetragen.

"Kunst liegt im Auge des Betrachters. Nicht im Auge des Künstlers. Ich glaube, Kreativität ist die unbedingte Notwendigkeit, seinen Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Für mich ist das einer der schönsten Zwänge, unter denen ein Mensch leiden kann: Dem Zwang, etwas zu erschaffen. Kunst hingegen ist das, was entsteht, wenn jemand anders auf die Auswüchse deiner Kreativität schaut und sie für sich fruchtbar macht."

Mary Cronos in: Carpe Artes, Folge 02

Unser erster Themenabschnitt gipfelte in der „Extreme Stage: Drehbuch Internet“. Einer kleinen Rubrik, die es sich zur Aufgabe macht, Meinungsvielfalt (ein Wort, das WordPress übrigens nicht kennt. Eine interessante Tatsache) möglichst unterhaltsam darzustellen.

Fieserweise haben wir unter die illustren Web-Zitate auch solche von bekannten Persönlichkeiten der Vergangenheit gemischt. Wer von Euch Lust hat, kann sich gern auf die Suche machen und seine Entdeckungen unter #CarpeArtes, #CarpeArtes02 und vor allem #CarpeStage kundtun.

Braucht man ein Studium, um Künstlerin zu sein?

Im zweiten Abschnitt unseres Podcasts ging es ganz wörtlich genommen, um den Weg zum Künstler: Was muss man dafür tun? Studieren? Eine Ausbildung? Einfach anfangen? Was spricht für und was gegen die verschiedenen Möglichkeiten, die sich uns bieten?

Ein Interview, das wir auf der Website der Berliner Morgenpost gefunden haben, hat es uns während unserer Recherchen dabei besonders angetan. Wenn Ihr das komplette Interview lesen wollt, findet Ihr das hier. Drei kleine Beispiele hier:

"Ohne Studium bleibt man leicht in der eigenen Blase gefangen."
"Fast alle erfolgreichen Künstler haben studiert."
"Ich hab mich nach dem Studium viele Jahre lang mit Nebenjobs über Wasser gehalten."

Albrecht Schäfer in: „Fast alle erfolgreichen Künstler haben studiert“ (Berliner Morgenpost vom 17.11.2018)

Aber wir wollten „art, aber fair“ sein und nicht nur auf alten Interviews herumhacken. Deshalb haben wir vielen Kunsthochschulen in Deutschland die – zugegeben sehr kurzfristige – Chance gegeben, sich selbst zu äußern (sie hatten nur 24 Stunden Zeit dafür). Einige haben nicht geantwortet, andere waren mit einem spontanen Pitch zu ihrem Institut leider überfordert. Aber es gab auch positive Beispiele.

"In Zeiten der Digitalisierung und des damit verbundenen globalen Umbruchs ist eine der wichtigsten Kernkompetenzen für die Zukunft sicherlich die Kreativität, das "um die Ecke denken", das Visionäre. Strömungen wie bspw. das Bauhaus oder auch einzelne Gestalter wie Raymond Loewy (der die 50er Jahre der USA sozusagen designtechnisch erfunden hat) wirken bis heute auf unser Leben und die Gesellschaft ein. Daher natürlich ein ganz klares Ja zum Studium der Kunst und Gestaltung!"
Und nach einer Nachfrage, ob das bedeutet, dass man studiert haben sollte:
"Ich glaube, jeder Mensch ist befähigt, Kunst zu machen - egal ob mit oder ohne Studium. Die meisten wissen aber nicht um ihr wahres Potenzial. Ein Studium kann einem dabei sicherlich neue Wege und Perspektiven aufzeigen - wenn man denn die richtigen Lehrer/innen hat, die einem nicht etwas "beibringen", sondern einen befähigen, den eigenen Weg zu gehen und die richtigen Fragen zu stellen."

Patrik Sneyd (Schulleiter / Geschäftsführer der OfG / Online-Schule für Gestaltung)

Das Interview

Und weil uns das noch nicht gereicht hat, haben wir auch ein knackiges Interview dabei: Herr Andreas Bailo (AMD, Akademie Mode & Design) hat sich spontan dazu bereit erklärt, uns Frage und Antwort rund um das Thema „Studium zur Kunst“ zu stehen. 

Um unsere Sendezeit nicht über Gebühr zu belasten, haben wir das Interview in der Podcastfolge von einer knappen Stunde auf eine Viertelstunde gekürzt (eine Meisterleistung von Lillith). Für die von Euch, die es in voller Länge hören wollen, veröffentlichen wir es an dieser Stelle noch mal ungeschnitten:

Interview mit Andreas Bailo, PR & Öffentlichkeitsarbeit I Standort Hamburg (AMD Akademie Mode & Design)

Aber woher bekommen wir Hilfe beim Weg zum freischaffenden Künstler?

Wir haben sie alle auseinandergenommen, die Institutionen, die Euch begegnen müssen oder können auf dem Weg in die künstlerische Selbstständigkeit. Unsere erste Station war das Finanzamt – in Kombination mit der Frage: Wo, wie und womit melde ich mich eigentlich an, wenn ich von meiner Kunst leben will? Außerdem geht es um den Unterschied von Kleinunternehmer und „richtigem“ Unternehmer und um die Verwirrungen um Mehrwertsteuersätze.

Wenn Ihr nicht direkt von der Uni/Schulbank in die Selbstständigkeit geht, sondern aus dem „Hartz-Urlaub“ kommt, dann gestaltet sich der Sprung schon schwieriger. Deshalb galt unser nächster Ausflug dem Sozialamt und dem Jobcenter. Und wir kommen zu der abschließenden Frage: Wollen diese Ämter überhaupt, dass man wieder arbeitet? Denn letztlich scheint es zu teuer zu sein, arbeiten zu wollen.

Reichlich frustriert wandern wir gedanklich weiter und landen beim Arbeitsamt. Endlich etwas Grund zur Hoffnung. Aber auch nur etwas. Wir wollen ja nicht gleich in Übereifer geraten, weil es Institutionen gibt, die einem wenigstens keine Steine in den Weg legen. Ob der vielgepriesene Gründungszuschuss sich wirklich lohnt? Wir sind nicht überzeugt. Es kommt sicher auf Eure persönliche Situation an. Eine Allround-Hilfe ist er allerdings nicht.

Will uns denn wirklich keiner helfen? Doch, doch. Die Institutionen nämlich, deren einzige Existenzberechtigung darin besteht, uns zu helfen. Beispielsweise die KSK – die Künstlersozialkasse. Sie ist eine Pflichtversicherung für Künstler und nimmt ihnen viel ab. Im Podcast klären wir zu ihr Fragen wie: Was ist das genau? Wie funktioniert die KSK? Wie wird ein Künstler Teil davon?

Eine andere hilfreiche Instanz – zumindest für Wort-Kreative – ist die VG Wort. Die Verwertungsgesellschaft Wort.

"Die Verwertungsgesellschaft WORT wurde im Februar 1958 gegründet. Sie ist ein Rechtsfähiger Verein kraft Verleihung, in dem sich Autoren und Verlage zur gemeinsamen Verwertung von Urheberrechten zusammengeschlossen haben."

VG Wort

Diese Gesellschaft sorgt also dafür, dass Publizisten auch dann etwas verdienen, wenn ihr Werk zwar genutzt, aber nicht direkt bezahlt wird (Beispielsweise in Bibliotheken).

>>> Nachtrag: Parallel zur VG Wort gibt es auch die VG Bild-Kunst, die selbige Leistungen für Künstler (inkl. Illustratoren und Fotografen) zur Verfügung stellt.

"Die VG Bild-Kunst nimmt im Wesentlichen die gesetzlichen Vergütungsansprüche der Bild- und Filmurheber in Deutschland wahr."

VG Bild-Kunst

Und für Musiker gibt es die GEMA (Ihr wisst schon: Das sind die, die Ihr auf YouTube immer verflucht. 😉 ). Leider funktioniert die GEMA etwas anders als die beiden Verwertungsgesellschaften. Bei der GEMA muss man eine Gebühr beim Eintritt bezahlen und einen Jahresbeitrag leisten. Hier müsst Ihr Euch also fragen, ob Ihr bereits genug Tantiemen generiert, um von dieser Institution zu profitieren.
Nachtrag Ende <<<

Und wer sich nicht auf andere verlassen will, dem stehen immer noch Wege wie das Crowdfunding oder Patreon zur Verfügung. Auch hier fassen wir einmal alles Relevante zusammen: Was ist das überhaupt? Wie funktioniert das Ganze? Was für Plattformen gibt es dafür?

Hausaufgaben

Unsere sehr faktenbeladene Folge wurde aufgelockert durch einen kleinen „Funbreak“ – eine Rubrik, die es in jeder Podcastfolge geben wird und die regelmäßig anders aussehen wird. Diesmal haben wir ein kleines Spiel gespielt – Story Cubes – und wir wollen, dass Ihr mitspielt!

Alea iacta est – wie der Lateiner sagt. Die Würfel sind gefallen. Und während wir uns schon den Kopf zerbrochen haben, seid nun Ihr gefragt. Für dieses Spiel werden einmal die Würfel geworfen. Danach muss man aus dem, was man sieht, eine Geschichte machen. Im Podcast haben wir das zu dritt versucht. Das hat dieses Unterfangen ausgesprochen lustig gemacht. Aber auch wenig produktiv.

Ihr habt nun die Chance, es selbst zu versuchen. Allein. Oder auch gern mit Euren Freunden. Nehmt Euch die Symbole auf den Würfeln und erzählt damit eine Geschichte – oder verfasst ein Gedicht, einen Songtext oder malt und zeichnet dazu. Was auch immer Ihr wollt.

 Die Aufgabe gilt als bestanden, wenn ihr alle Symbole einbringen könnt. Und wenn Ihr mögt, dann könnt Ihr uns und der Welt Eure Ergebnisse präsentieren. Entweder per Mail an kontakt[at]carpe-artes.de oder per PN auf Twitter, Instagram oder Facebook. Oder durch ein öffentliches Posting. Dann verlinkt uns und nutzt die Hashtags #CarpeArtes, #CarpeArtes02 und vor allem #CarpeAcademy.

Wir freuen uns auf Eure Kreativität!

Und jetzt:

Carpe Artes! Nutze die Künste! Mach was aus deiner Kreativität!

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Unser Gastauftritt in dieser Folge:

Andreas Bailo
PR & Öffentlichkeitsarbeit I Standort Hamburg
Leitung Journalismus I Standort Hamburg
MODEJOURNALISMUS / MEDIENKOMMUNIKATION
AMD Akademie Mode & Design 
Fachbereich Design 
Ein Fachbereich der Hochschule Fresenius – University of
Applied Sciences

AMD Akademie Mode & Design
Standort Hamburg · Alte Rabenstr. 1 · 20148 Hamburg
www.amdnet.de

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